Führung ohne Macht – das Wichtigste auf einen Blick

Zielgerichtet und erfolgreich zu führen, ohne dabei die Funktion des disziplinarischen Vorgesetzten innezuhaben, ist eine enorme Herausforderung für jeden Team- oder Projektleiter. Damit das Führen ohne Vorgesetztenfunktion gelingen kann, ist es erforderlich, sich auf diese besondere Situation einzustellen. Im Fokus der lateralen Führung stehen die Themen Motivation, Feedback, Identifikation und konstruktive Konfliktlösung.

Führung ohne Macht

Führen ohne Macht – Fallbeispiel Projektleitung

Sie erhalten in Ihrem Unternehmen die Aufgabe, ein Projekt zu leiten. Dies kann eine Chance sein, zu zeigen, was Sie können. Dabei gilt es, verschiedene Aspekte im Blick zu haben:

Die Rolle

Die Rolle des Projektleiters ist im Gegensatz zur Rolle der Führungskraft von Anfang an zeitlich begrenzt und ohne disziplinarische Macht. Die Macht beschränkt sich auf die Erfüllung des Arbeitsauftrages. Der Projektleiter ist auf die fachliche Leistung und die Unterstützung der Projektmitglieder angewiesen.

Der Start
Nachdem Sie sich mit Ihrer Aufgabe vertraut gemacht haben, bilden Sie das Projektteam und starten, wenn möglich, mit einem Kick-off-Meeting. Hier können Sie sich als Projektleiter präsentieren und Regeln der Zusammenarbeit vereinbaren. In der Anfangsphase bildet sich die (Arbeits-) Kultur des Teams, die Sie in Ihrem Sinne gestalten können, zum Beispiel hinsichtlich Feedback-Regeln, Anwesenheitspflicht und Pünktlichkeit. Nach der Erstellung eines Arbeitsplans und der Verteilung der Aufgaben steigen Sie in die konkrete Arbeit ein.

Die Arbeitsphase
In den regelmäßigen Besprechungen während der Projektphase werden Teilergebnisse festgehalten.
Achten sie darauf, dass alle Projektmitglieder während der Diskussionen einbezogen sind. Wertschätzen Sie die Beiträge der Einzelnen. Achten Sie darauf, ob sich Unzufriedenheit breit macht oder die Motivation sinkt. Sprechen Sie kritische Situationen zeitnah an, so verhindern Sie, dass Konflikte entstehen. Indem Sie den Gesamtprozess im Auge behalten und auch einzelnen Projektmitgliedern Rückmeldungen geben, festigen Sie Ihre Rolle als Projektleiter. Feiern Sie Teilerfolge zum Beispiel mit einem Bergfest in der Mitte der Projektzeit.

Das Ziel
Am Ende des Projekts bietet sich für Sie nochmals die Möglichkeit, Ihre Rolle als Projektleiter auch nach außen deutlich zu machen. Präsentieren Sie die Ergebnisse selbstbewusst, ohne dabei Ihr Team zu vergessen, dessen Arbeit wertzuschätzen und sich für das Engagement aller Beteiligten zu bedanken.

Feiern Sie den Projekterfolg – Führen ohne Macht

Das stärkt Ihre Position als Führungskraft ohne disziplinarische Macht. Die Glaubwürdigkeit gegenüber Ihrem Projektteam hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Eigenmotivation: Gelingt es Ihnen, dem Team zu vermitteln, dass Sie mit Elan und Freude das Projekt leiten?
  • Erfahrung: Können Sie auf Projekterfahrung zurückgreifen? Falls Sie auf diesem Gebiet Anfänger sind, holen Sie sich bei erfahrenen Kollegen Rat und Unterstützung.
  • Kompetenz: Zeigen Sie sich kompetent, indem Sie überlegt, vorausschauend und lösungsorientiert handeln.
  • Loyalität: Verhalten Sie sich loyal und wertschätzend gegenüber Ihren Projektmitgliedern. Schätzen Sie die Unterschiedlichkeiten und nutzen Sie diese für Synergieeffekte.

Glaubwürdigkeit und Autorität – Führen ohne Macht

Durch Glaubwürdigkeit und durch die folgenden Faktoren erwerben Sie Autorität:

  • Tragen Sie zu einem kreativen Arbeitsklima bei, das den Projektmitgliedern hilft, offen für neue Lösungsansätze zu sein.
  • Behalten Sie den „Blick für das Ganze“.
  • Delegieren Sie Aufgaben.
  • Verzetteln sie sich nicht bei der Bewältigung von kleinen Aufgaben.
  • Achten Sie auf eine förderliche und offene Kommunikationsstruktur.
  • Seien Sie auch offen für kritische Anmerkungen. Nur so nutzen Sie das ganze Potenzial Ihrer Projektmitglieder.
  • Behalten Sie die Fäden in der Hand.
  • Stehen Sie zu Ihren Fehlern, denn aus Fehlern lernen wir.
  • Urteilen Sie ohne Vorurteil, und vermeiden Sie Schubladen-Denken. Bilden Sie sich immer Ihr eigenes Urteil und überprüfen Sie in regelmäßigen Abschnitten Ihre Einschätzungen.
  • Entscheiden Sie. Nach Abwägen von Pro und Contra müssen Sie eine Entscheidung durchsetzen. Machen Sie möglichst keine Rückzieher.
  • Übernehmen Sie Verantwortung. Stehen Sie hinter Ihrem Team, auch wenn etwas schiefgeht.
    Autorität hat nicht der, der etwas zu verbieten hat, sondern der, der etwas zu bieten hat.

So behalten Sie Ihre Autorität – Führen ohne Macht

Das Wort „Autorität“ hat seinen Ursprung in dem lateinischen „auctoritas“, das wiederum von „augere“ abstammt und das heißt auf deutsch: vermehren, zunehmen, wachsen lassen, auch fördern. In diesem Sinne:
Gehen Sie respektvoll mit sich selbst und anderen um.
Bleiben Sie berechenbar.
Bieten Sie anderen einen Nutzen.

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